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Überwachung, aber warum?

Veröffentlicht: 8. November 2015 in Allgemein

 

Überwachung, aber warum?

 

Die Anschläge 2004 in Madrid, die Anschläge 2005 in London, 2006 der geplante Anschlag in Deutschland auf Züge, Dänemark, Charlie hebdo … die jüngsten Anschläge in Paris.

Diese Tragödien konnten  weder durch  globale Überwachung noch durch  die VDS-Vorratsdatenspeicherung verhindert werden. Sie sind alle geschehen, auch  vor dem Hintergrund, dass einige Attentäter den Ermittlungsbehörden sowie der  Polizei bekannt waren. Zu Recht  fragen sich viele, warum dies alles geschehen konnte. Wurde uns doch durch unsere Sicherheitsorgane und Politik weiß gemacht, verschärfte Antiterrorgesetze und Maßnahmen im Kampf gegen den Terror müssten aus Sicherheitsgründen beschlossen und durchgebracht werden. Auch wenn man dabei Grundrechte massiv  eingeschränkte bzw. neue Gesetze, wie in dem Fall die VDS, erlassen wurden.

Aber ist der Hintergrund der Datensammelwut und der beschlossenen Gesetze nicht vielleicht doch ein ganz anderer? Daten sind überaus wichtig geworden in dieser Zeit.  Informationen, Analysen  sowie rechtzeitige  Maßnahmen-und Gegenmaßnahmen.

Es heißt immer man hätte nichts zu verbergen oder der Einzelne ist nicht wichtig in dieser Überwachungsmaschinerie. Doch ist das gesamt Bild einer Masse, einer Gesellschaft , ein sehr gutes Meinungsbild, ja  ein Spiegel zur Reflektion.  Überall hinterlassen wir Daten und Spuren vor allem im World Wide Web  des  Internets.  Diese sind wichtig für Konzerne, um z.B. gezielt Werbung auf den einzelnen Menschen zu zuschneiden, oder uns gezielte Suchergebnisse zu präsentieren, um unser Kaufverhalten und  Interessen zu analysieren.  Es geht dabei um Produktkampf und  potenzieller Käufergewinn, also Geld.  In Sozialnetzwerken wie Facebook  lassen sich sogar an Hand nur der geliketen  Interessen der User/innen ein fast perfektes Persönlichkeitsprofil erstellen.

Wissen über eine Person ist auch immer Macht. Die Macht zu haben Dinge zu wissen, die man eventuell einmal zu seinem Nutzen gegen die betroffene Person einsetzen kann.

Z.B. an Hand von Meinungsäußerungen, die dann zum Absagen einer Bewerbung führen kann oder gar Erpressung.

Man sollte immer vorsichtig sein, was man ins Internet stellt und was man preisgibt. Z.B  Fotos und Videos, weil diese bleiben auch dort. Das Internet vergisst nicht und Konzerne denen man in den AGBs die Rechte an eben diesen Fotos, Videos gewährt, analysieren wo sie nur können.

Doch was ist mit dem Schutz vor Terrorismus?

Die Bekämpfung des internationalen Terrorismus sowie der organisierten Kriminalität sind lediglich Beifang bei der Überwachungsmaschinerie. Der Schwerpunkt liegt ganz woanders, dies gestand Keith Alexander ( ehemals NSA ) in einem Interview.  Die Geheimdienste verfügen heute über entsprechende Analysesoftware. Damit werden politische -, gesellschaftliche –  und militärische Entwicklungen im Auge behalten.

Bestimmte Meinungen kann man so mit gefälschten Statistiken oder Meinungsbildern entgegenwirken und beeinflussen. So soll der britische Geheimdienst GCHQ,  nach Snowden-Leak,  Software  entwickelt haben um Online-Umfragen oder Pageview-Statistiken zu manipulieren.

Alexander erwähnt im Interview noch mehr. Industriespionage sei der Kernpunkt der Überwachung. Diese kann Wirtschaftsunternehmen eines jeden Staates schwer schädigen.

Wir dürfen uns also keiner Illusion hingeben, dass wir durch Überwachung mehr Sicherheit haben oder bekommen. Wir müssen selber agieren und uns selber schützen in dem wir mit unseren Daten sorgfältiger und nicht  leichtfertig umgehen. Auch sollten wir, das Verhältnis Grundrechtsabbau vs. mehr Sicherheit, genau im Auge behalten  bezüglich des Hintergrundes der Aussage Keith Alexanders.

 

 

 

 

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