Archiv für März, 2016

Kubark-Manual made in Germany?

Veröffentlicht: 27. März 2016 in Allgemein

Die CIA- Folterbibel

 

Sommer 1951:  OPERATION ARTISCHOCKE löst sein Vorgänger Projekt BLUEBIRD ab.

Das zweite Geheime Folterforschungsprogramm der CIA zur Bewusstseinskontrolle eines Menschen nahm seinen Lauf. Im Zuge des Kalten Krieges begann die CIA  in Deutschland, Japan und auf einem Marinestützpunkt in der Panamakanalzone Geheimgefängnisse zu errichten. 1950 wurden insgesamt sechs vermeintliche Doppelagenten in den Geheimgefängnissen in Japan sowie in der Panamakanalzone verhört. Sie waren die ersten Versuchspersonen der Operation Artischocke. Ziel dieser Experimente war es die Opfer solange zu taktieren, mit Strom, Drogen, um ihnen jegliche Wahrheit zu entlocken. Kontrolle über das Bewusstsein eines Menschen zu erlangen, sowie die Möglichkeiten der Gedankenkontrolle zu erforschen. Geprägt wurde die Idee dieser Menschenversuche durch ehemalige KZ- Ärzte und Wissenschaftler, die in dem damaligen KZ Dachau unter anderem Menschenversuche durchführten. Einer der bekanntesten von ihnen war damals Kurt Blome, der vom Militärtribunal durch  erheblicher Intervention der CIA, trotz erdrückender Beweislast, die sich unter anderem durch ein offenes Bekenntnis zum Nationalsozialismus sowie zu Hitler auszeichnete, freigesprochen wurde. Er wurde von der CIA angeworben und arbeitete als Arzt damals in einem US- Militärkrankenhaus  im sogenannten CAMP KING in Oberursel (Hessen). Im Verlauf dieses „ Bündnisses“ erlangte die CIA durch Kurt Blome  Wissen über B- und C-Waffen. Es fanden mit den Erkenntnissen und anderen nationalsozialistischen Wissenschaftlern unter anderem Waffenexperimente mit Krankheitserregern statt. Später verlegte man die Folterstätte nach Kronberg (in der Nähe von Frankfurt am Main)  in die damalige Villa Schuster( heute Haus Waldhof). Unter den Opfern waren mutmaßliche Sowjetische Agenten, deutsche Kriegsgefangene sowie auch Überläufer der USA. Folter, Drogen ,Hypnose… Man wollte ihnen eine Gehirnwäsche verpassen um an alle für die CIA wichtigen Informationen zu kommen. Viele Opfer dieser Menschenversuche, bezahlten dies mit ihrem Leben. Sie wurden zum Teil einfach verscharrt im Taunus.

 

Nach Abschluss des Projektes OPERATION ARTISCHOCKE an Menschen vollzogenen Versuchen in Mannheim (an amerikanischen Gefangenen), in Camp King und Kronberg (an deutschen und sowjetischen Kriegsgefangenen) entstand das erste CIA Folterbuch. Das Kubark-Manual. Zitat: ,, Wesentliche Methoden betreffen psychische Folter zur Zerstörung der Persönlichkeit wie Erniedrigung, Drogen (Mescalin) und Elektroschocks sowie Stehfolter oder Unterkühlung nach Abspritzen mit Wasser.

 

Nachfolger von Artischocke wurde das Projekt MKULTRA. Es lief bis in die 1970ger Jahre.

Ziel war es Zitat:,, Ein perfektes Wahrheitsserum für die Verwendung im Verhör von Sowjetspionen zu entwickeln sowie die Möglichkeiten der Gedankenkontrolle zu erforschen. In Teilen überschnitten sich die Arbeiten auch mit den Forschungen anderer US-Programme zu biologischen Waffen.“ Das Projekt umfasste etwa tausende von Menschenversuchen, bei denen ahnungslosen Testpersonen, oft willkürlich ausgesucht  und ohne deren Wissen(unter ihnen Krankenhauspatienten und Gefängnisinsassen), hochpotente halluzinogene Drogen wie LSD und Mescalin verabreicht wurden.

 

Der Tod von Frank Olson lässt dazu viele Fragen bis heute offen: 

1975 stieß die Rockefeller-Kommission zur Untersuchung ungesetzlicher CIA-Aktivitäten innerhalb der USA auf Hinweise zu mysteriösen Umständen beim Tod des MKULTRA-Wissenschaftlers Frank Olson im Jahr 1953. Offiziell soll Frank Olson nach einem selbstverursachten Sturz durch die Glasscheibe eines geschlossenen Fensters im 10. Stock eines New Yorker Hotels gestorben sein.  Frank Olson war an der Entwicklung biologischer Waffen wie Anthrax beteiligt und besaß großes Wissen  über die Menschenversuche im Rahmen von MKULTRA.

Viele Opfer bezahlten diese unmenschlichen Versuche mit ihrem Leben. Andere zahlreiche Versuchspersonen trugen bei den Experimenten schwerste körperliche und psychische Schäden davon. Zitat: ,, Die Behörde gab selbst zu, dass die Tests kaum einen wissenschaftlichen Sinn hatten. Die zur Aufsicht der Experimente eingesetzten Agenten hatten keinerlei wissenschaftliche Qualifikation.“

– Edward Kennedy

Wissenschaftlichen Sinn? Gibt es einen Wissenschaftlichen Sinn, der diese unmenschlichen Versuche jemals rechtfertigen kann? Macht es Sinn ein KZ zu befreien, das Leid der Opfer endlich zu beenden, und es dann selber im großen Stil fort zu setzen? Dies alles ergibt keinen Sinn… es ergab nur Leid, Schmerz und Tod.

Für KURBAK gab es Abnehmer z.B. in Südamerika( Chile). Weiter „ verfeinert“ wurde es im Vietnamkrieg und schließlich wieder bei Folterungen in Abu Ghraib und Guantanamo angewendet. Die Entstehung eines Buches, durch diverse Folterexperimente, die noch heute Leid, Schmerz und Tod bringen…

Auszug aus KUBARK: Intensive Schmerzen rufen häufig falsche Geständnisse hervor, die von dem Vernommenen erfunden wurden, um sich aus der misslichen Lage zu befreien. Die daraufhin angestellten 61 Untersuchungen bis zur Entlarvung der Unrichtigkeit der Aussagen sind eine zeitraubende Verzögerung. Während dieser Atempause kann der Verdächtige seine Kräfte wieder sammeln. Er kann die Zeit auch dazu verwenden, sich neue und komplexere „Geständnisse“ auszudenken, bei denen der Nachweis ihrer Unrichtigkeit noch länger dauert. KUBARK wird durch solche Taktiken besonders stark getroffen, weil das Ziel der Vernehmung der Erhalt von Informationen ist und keine polizeilichen Gründe hat.

Wenn einem Vernommenen in einem fortgeschrittenen Stadium des Vernehmungsprozesses und nach dem Scheitern anderer Taktiken Schmerzen zugefügt werden, wird er ganz sicher annehmen, dass der Vernehmer so langsam verzweifelt wird. Daraus schließt er vielleicht, dass er nur noch diesen letzten Angriff abwehren muss, um den Kampf und seine Freiheit zu gewinnen. Und wahrscheinlich liegt er mit dieser Annahme richtig. Vernommene, die Schmerzen ausgehalten haben, sprechen auf andere Methoden kaum mehr an. Somit hatte das Zufügen von Schmerzen nicht die Unterdrückung des Subjekts zur Folge, sondern die Wiederherstellung seines Selbstvertrauens und seiner Mündigkeit.“

 

Dokumente und Quellen:

https://de.wikipedia.org/wiki/MKULTRA

http://www.3sat.de/page/?source=/scobel/162186/index.html

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/f/f4/Mkultra-lsd-doc.jpg

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/3/39/Declassified_MKULTRA-1.png

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/2/22/Declassified_MKULTRA-2.gif

 

KUBARK :

http://nsarchive.gwu.edu/NSAEBB/NSAEBB122/3-13-14_MR9864_RES_PART3.pdf

http://www.cubafreundschaft.de/Hintergruende/USA,%20Kubark.pdf