DU-Munition bei Operation Enduring Freedom eingesetzt?

Veröffentlicht: 17. Februar 2017 in Allgemein

 

Nach den Aussagen im Leitfaden des Zentrums für Nachrichtenwesen der Bundeswehr für die Bundeswehrkontingente in Afghanistan (11/2005) haben  US-Kampfflugzeuge unter anderem auch panzerbrechende Brandmunition mit DU-Kern bei der Operation Enduring Freedom eingesetzt.

Zitat aus dem Leitfaden:,, Bei der Operation Enduring Freedom zur Unterstützung der Nordallianz gegen das Taliban-Regime wurde durch US-Kampfflugzeuge u.a panzerbrechende Brandmunition mit DU-Kern (Depleted Uranium, abgereichertes Uran) eingesetzt.Beim Einsatz dieser Munition gegen Hartziele (z.B. Pz, Kfz) entzündet sich das Uran auf Grund seiner pyrophoren Wirkung. Bei der Verbrennung entstehen besonders an und in den Zielen sesshafte toxische Stäube, die jederzeit aufgewirbelt werden können.“

Und weiter heißt es:,, DU-Munition kann deshalb bei ungeschütztem Personal toxische und radiologische Schädigungen hervorrufen; insofern ergeben sich die Gefahr einer Schwermetallvergiftung und die Gefahr durch sehr schwachen radioaktiven Strahler.“

Es wird empfohlen:,, Kein unnötiges Berühren von Munition , Munitionsteilen und sonstigem potenziell kontaminiertem Material.“

Anfrage von dem Abgeordneten  Hans-Christian Ströbele (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) an die Bundesregierung von 2010

Zitat:,,Aufgrund welcher Erkenntnisse bzw. Informationen berichtete die Bundeswehr in ihrem Leitfaden für Bundeswehrkontingente in Afghanistan, die USA hätten dort uranhaltige Munition eingesetzt („DU-Munition: Bei der Operation ,Enduring Freedom‘ zur Unterstützung der Nordallianz gegen das TalibanRegime wurde durch US-Kampfflugzeuge u. a. auch panzerbrechende Brandmunition mit DU-Kern [depleted uranium, abgereichertes Uranium] eingesetzt.“, Auflage 2003, S. 25; Auflage 2005, S. 1 bis 11), und wie beantwortet die Bundesregierung daraufhin nunmehr meine Frage 25 auf Bundestagsdrucksache 17/ 2059 (Antwort siehe Plenarprotokoll 17/48, Anlage 13), was die Bundeswehr in ihrem afghanischen Einsatzgebiet zum wirksamen Schutz ihrer Soldaten sowie dortiger afghanischer Bevölkerung vor möglichen toxischen sowie radiologischen Schädigungen infolge eingesetzter DU-Munition veranlasst hat?“

Antwort Bundesregierung : (Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Thomas Kossendey vom 8. Juli 2010 )

Zitat:,, Der Bundesregierung liegen keine eigenen Erkenntnisse zu möglichen Einsätzen von Munition mit abgereichertem Uran in Afghanistan seit 2001 vor. Eine Anzeige- oder Informationspflicht hierzu besteht nicht. Die Formulierungen zum Einsatz von Munition mit abgereichertem Uran im Leitfaden für Bundeswehrkontingente in Afghanistan dienen ausschließlich der Handlungssicherheit der Soldaten zur Wahrung ihrer gesundheitlichen Unversehrtheit und lassen keinen Rückschluss darauf zu, dass der Bundesregierung Kenntnisse zu möglichen Einsatzorten bzw. -zeiten von Munition mit abgereichertem Uran in Afghanistan seit 2001 vorliegen. Die Pflicht zur Fürsorge hat dazu geführt, eine auch nur mögliche Gefahrenlage als reale Bedrohung darzustellen“

 

Gefahren

Zitat:,,Ein Kilogramm abgereichertes Uran erzeugt in einer Entfernung von einem Meter eine jährliche Strahlendosis von 1 mSv, das entspricht etwa einem Drittel der Aufnahme durch natürliche Quellen (2–3 mSv/Jahr). Dennoch kann die von ihm erzeugte Dosisleistung , wenn sie über einen längeren Zeitraum oder auf kurze Entfernung wirkt, das Erbgut schädigen und Krebs auslösen. Die eigentliche Gefahr geht aber nicht von äußerer Strahlung aus, sondern von über die Atemwege und Nahrung aufgenommenen, uran- oder uranoxidhaltigen Stäuben (innere Strahlung).“

 

Auch im Irakkrieg  eingesetzt

Während eines dreiwöchigen Einsatzes im Irak 2003 wurden von der ,,Koalition der Willigen “ zwischen 1.000 und 2.000 Tonnen Uranmunition eingesetzt.

Und weiter Zitat: ,, Irak ist das am stärksten durch Uranwaffen kontaminierte Land. Die USA und Großbritannien verschossen in den Kriegen von 1991 und 2003 mindestens 400.000 Kilogramm Uranmunition. Die Zivilbevölkerung war nicht über die Risiken des Einsatzes informiert. Feldstudien über die Auswirkungen von Uranmunition im Irak wurden aufgrund der Weigerung der USA, Orts- und Mengenangaben über verschossene Munition zur Verfügung zu stellen, stark behindert. Die Friedensorganisation Pax hat vom niederländischen Verteidigungsministerium im Rahmen des “Freedom of Information Act” einige wenige US-Koordinaten erhalten. Aus diesen geht hervor, dass die US-Armee 2003 DU auch in Wohngebieten eingesetzt hat. Die Anzahl der Krebserkrankungen in der Provinz Babil, südlich von Bagdad, stieg von 500 diagnostizierten Fällen im Jahr 2004 auf 9.082 im Jahr 2009. Uran-Munition wurde in fünf Kriegen, u. a. auch im Kosovo und in Afghanistan eingesetzt.“

 

Nicht nur für Soldaten gefährlich

Die Uranmunition ist eine  Gefahr  für alle, die sich den  Wracks später nähern. Ärzte fürchten, dass Partikel des Uran über die Atemwege in die Lunge gelangen können, sich dort auflösen und so in die Blutbahn gelangen. Ebenso kann auch  über Wunden die Substanz in den Körper gelangen und Vergiftungen oder gar Krebs auslösen.

Zitat:,,In den Boden geschossene Uranmunition kann Schätzungen zufolge in fünf bis zehn Jahren vollständig korrodieren und das Uran ins Grundwasser abgeben.“

Es ist beschämend und schockierend  vor dem Hintergrund, dass die Bevölkerung im Irak und in Afghanistan nicht nur durch den Krieg und andauernde Anschläge leidet, sondern auch der Gefahr der Uranmunition schutzlos ausgeliefert wird.

 

Quellen:

http://www.uran-munition.de/material/10-Afghanistan-Manual.pdf

https://de.wikipedia.org/wiki/Uranmunition

http://www.uran-munition.de/material/Statements/Statement-Oberst-Kirsch.pdf

http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/025/1702589.pdf

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