Archiv für März, 2017

Standort Bad Aibling

Veröffentlicht: 31. März 2017 in Allgemein

Bis 2004 galt Bad Aibling  (damals auch Field Station 81 genannt- 18th United States Army Security Agency Field Station) als Echelon Standort. Betreiber waren die NSA und die US-Army (INSCOM). Es war eine FORNSAT-Station. (Foreign Satellite interception) und diente dazu über Satelliten  geführte Kommunikation abzufangen.fornsat3

Die Station war Teil des weltumspannenden Überwachungsnetzwerkes Echelon (heute Five Eyes) und  lief unter dem Decknamen  GARLICK.  Als BND-Deckname galt sie als  Hortensie III.

Zitat:,,Die sich in Bad Aibling (Bayern) befindliche Echelonbasis Bad Aibling Station konnte bis 2004 große Bereiche Europas abdecken; abhören konnte man aber wie in allen Fällen nur Kommunikation, die über Richtfunkstrecken oder Satelliten geleitet wurde; kabelgebundene Kommunikation wie z. B. die Internet-Backbones können mit dieser Technik nicht abgehört werden.“

Nach der Auflösung  des NSG Detachment Bad Aibling wurde ein Teil des dortigen Personals nach Menwith Hill (Großbritannien ) verlegt. Dort befindet sich bis heute eine FORNSAT- Station. Damals  betrieben von GCHQ/MI8/SSD/NSA. Der andere Teil wurde verlegt zur NSG Griesheim  nach Hessen. Ab 2003 errichtete INSCOM die Antennenanlagen aus Bad Aibling auf dem August-Euler-Airfield (Operation ICEBOX) bei Griesheim. 2004 wurden sie von Wiesbaden aus in Betrieb genommen. 2006  folgte die Auflösung und Abbau der Antennenanlagen bis 2010. Im Dagger Complex (eine INSCOM-Einrichtung) wurde 2004 das European Security Center (ESC) gegründet. Es trägt die Codebezeichnung USJ-753 sowie  USM-44. Entwickelt wurde es ursprünglich von der 108 th Military Intelligence Group  die in Bad Aibling saß. Heute hat es die Bezeichung : European Cryptologic Center ( ECC).

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Orden für einen ECC-Mitarbeiter für herausragende Leistungen

Nur einen Katzensprung von der damaligen Echelon Station in Bad Aibling  entfernt zog damals  der BND ein. Zitat:,,In unmittelbarer Nachbarschaft wurde spätestens ab 1988 auf dem Gelände der Mangfall-Kaserne ein Stützpunkt des Bundesnachrichtendienstes errichtet (Objekt Orion), der als Fernmeldeweitverkehrsstelle der Bundeswehr getarnt wurde“.

 

 

Auch zogen NSA Mitarbeiter in die Mangfall-Kaserne um. In der Kaserne arbeiten NSA und BND  bis heute zusammen.  SUSLAG heißt das Verbindungsbüro der Amerikaner zu den Deutschen. (Special US Liaison Activity Germany).

Zitat:,,Als die Abhörstation Bad Aibling 2004 von den USA an Deutschland übergeben wurde, zogen NSA-Mitarbeiter von dort in die Mangfall-Kaserne um, in ein eigens errichtetes Gebäude aus Metall, Spitzname „Die Blechdose“. Im Gegensatz zu den anderen Gebäuden auf dem Gelände hat der NSA-Standort keine Fenster – dafür aber einen Zugang zum internen Netzwerk des Geheimdienstes.“

Und weiter : In der Abhörstation in Bad Aibling durchsucht der Bundesnachrichtendienst aufgrund einer Vereinbarung von 2002 auch für den US-Geheimdienst NSA den Datenverkehr, der über verschiedene Kommunikationssatelliten läuft. Zu diesem Zweck lieferte die NSA Selektoren für die gezielte Überwachung durch den BND. Dabei handelt es sich um E-Mail-Adressen, IP-Adressen, Domain-Endungen, Telefonnummern oder auch konkrete Suchbegriffe. Im Laufe der Jahre übermittelte die NSA nach bisherigen Erkenntnissen Millionen Selektoren, die sich auf mehr als 1,2 Millionen Personen und Unternehmen bezogen. Auf dieser Basis lieferte der BND gewonnene Daten an die USA. Etwa 40.000 der Selektoren soll der BND aber nach Prüfungen abgelehnt haben – teilweise erst, nachdem sie bereits bei der aktiven Suche eingesetzt worden waren.“

In Dokumenten von Edward Snowden  ist dies bezüglich von  zwei Projekten die Rede :

Joint SIGINT Activity (JSA) und das Joint Analysis Center (JAC).

JSA= Joint SIGINT Activity,  ist die  gemeinsame elektronische Aufklärung. (BND,NSA)

JAC = Joint Analysis Center , dass die abgefangenen Signale gemeinsam auswertete. (BND,NSA)

https://www.eff.org/sites/all/libraries/pdf.js/web/viewer.html?file=https%3A%2F%2Fwww.eff.org%2Ffiles%2F2014%2F06%2F23%2Freport_on_the_nsa-bnd_cooperation_known_as_joint_sigint_activity_jsa.pdf

Zitat:,,Im Rahmen der JSA-Zusammenarbeit wurden laut einem Dokument aus dem Jahr 2005 abgefangene Signale von der Mangfall-Kaserne über das European Technical Center in Wiesbaden Mainz-Kastel in das Netz der NSA eingespeist. Der BND interessierte sich besonders für die Kommunikation in Afghanistan. Die NSA-Kollegen unterstützten die Deutschen, von einer guten Zusammenarbeit und technischem Training ist die Rede.

Nach Aussagen des BND  soll das JSA seit 2012 nicht mehr existieren und auch die gemeinsame Arbeit des JAC eingestellt wurden sein. Nach dem auch Bad Aibling im jetzt eingestellten NSA- Untersuchungsausschuss als Thema behandelt wurde, haben die NSA und der BND ihre gemeinsame “ Arbeit“ in der Mangfall Kaserne fortgesetzt.

 

Quellen:

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/bad-aibling-nsa-standorte-in-deutschland-a-974989.html

https://de.wikipedia.org/wiki/Bad_Aibling_Station

http://electrospaces.blogspot.de/2013/12/nsas-global-interception-network.html

http://www.sueddeutsche.de/politik/geheimdienstaffaere-der-geist-von-bad-aibling-1.2467742

https://www.tagesschau.de/inland/bnd-nsa-113.html

https://www.eff.org/de/document/20140618-der-spiegel-report-nsa-bnd-cooperation-known-joint-sigint-activity-jsa

Bing-Maps

 

Fotos aus Bad Aibling

Veröffentlicht: 31. März 2017 in Allgemein
Abhörstation Bad Aibling

 

Auf die Fotos stieß ich bei Recherchearbeiten im Internet. Die Bildquelle lässt sich nicht genau zu ordnen. Sie stammen wohl aber von einer amerikanischen Quelle aus Bad Aibling.

Verbindungsstelle 61

Veröffentlicht: 12. März 2017 in Allgemein

Geheime Abteilung im Bundesnachrichtendienst

In der Kurmainz-Kaserne  unter der Adresse Generaloberst-Beck-Straße 1F  in Mainz sitzt die Verbindungsstelle 61 des BND. Sie fungiert als Verbindungsstelle zwischen BND und der CIA Außenstelle in Wiesbaden-Erbenheim. Sie ist weiter für die Bundesländer Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland zuständig und vermittelt zwischen dem BND und anderen Behörden/Dienststellen.

Im Jahre 2012 begannen Ermittlungen gegen den damaligen  Leiter der Verbindungsstelle 61  Joachim Freiherr von Sinner. Er stand  unter dem Verdacht der Bildung einer bewaffneten Gruppe und des Verstoßes gegen das Waffengesetz. Die Staatsanwaltschaft Heidelberg leitete die Ermittlungen. Angeblich war Joachim von S damals unter anderem für Schießausbildungen zuständig. Angezeigt wurde laut Medien der damalige BND Angehörige vom  BND selber.

Zitat:,,Der Anwalt räumte ein, dass auf dem Gang des Dienstsitzes seines Mandanten eine Bilderreihe des Brandenburger Tors im Lauf der Geschichte hänge, darunter eine Abbildung aus dem Jahr 1943 mit der Aufschrift „Führer befiehl – wir folgen“. Ein BND-General habe dem Beamten deshalb „nationalsozialistische Propaganda“ vorgeworfen.“

Joachim von S sei daraufhin nach Pullach versetzt wurden. Die Ermittlungen wurden eingestellt.

Ein Auszug aus einer Anfrage an die Bundesregierung  bezüglich der Verbindungsstelle 61 im Jahre 2013 durch die  Abgeordneten Ulla Jelpke, Jens Petermann, Jörn Wunderlich und der Fraktion DIE LINKE:

Zitat:,,6. Welche Aufgabenstellung hat die „Verbindungsstelle 61“ beim BND, und
wann wurde sie gegründet?
a) In welchem Zeitraum leitete J. S. diese Dienststelle?
b) Mit welchen in- und ausländischen Geheimdiensten stand er in dieser
Funktion in Kontakt?
c) Inwieweit unterhielt die „Verbindungsstelle 61“ Kontakt zu deutschstämmigen
Personen in Südafrika?

Einzelheiten zu Aufgaben einzelner Dienststellen des Bundesnachrichtendienstes
und ihrer Leiter können in diesem Zusammenhang nicht öffentlich dargestellt
werden, da aus ihrem Bekanntwerden sowohl staatliche als auch nichtstaatliche
Akteure Rückschlüsse auf den Modus Operandi, die Fähigkeiten und Methoden
der Behörde ziehen könnten. Im Ergebnis könnte dies für die Funktionsfähigkeit
der Sicherheitsbehörde und mithin für die Interessen der Bundesrepublik
Deutschland schädlich sein oder aber die Sicherheit der Bundesrepublik
Deutschland gefährden. Gleichwohl wird die Bundesregierung nach gründlicher
Abwägung dem Informationsrecht des Parlaments unter Wahrung berechtigter
Geheimhaltungsinteressen nachkommen.
Die Antworten zu den Fragen 6a bis 6c werden als „VS-Vertraulich“eingestuft
und dem Deutschen Bundestag zur Einsichtnahme übermittelt.*

Die Mitarbeiter des BND, die in einer Kaserne arbeiten, fahren  in Uniform zu ihrem Arbeitsplatz. Sie arbeiten im Amt für Militärkunde.

Zitat:,,Das Amt für Militärkunde ist truppendienstlich die personalführende Dienststelle für Angehörige der Streitkräfte, die im Bundesnachrichtendienst (BND) eingesetzt sind. Die meisten Soldaten, die zum BND wechseln, werden offiziell zum Amt für Militärkunde versetzt“.

Auch sitzt in der Kurzmainz-Kaserne eine Außenstelle des MAD ( Militärischer Abschirmdienst).

Quellen:

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/verbindungsstelle-61-staatsanwaelte-ermitteln-gegen-hohen-bnd-mann-a-882145.html

http://www.sigint-group.org/index.php/Thread/3780-Verbindungsstelle-61/

http://www.zeit.de/2013/12/Bundesnachrichtendienst

http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/17/128/1712886.pdf

 

 

 

Das Geheimdienstland

Veröffentlicht: 4. März 2017 in Allgemein