Ein kurzer Ausflug nach Afghanistan

Veröffentlicht: 14. April 2017 in Allgemein

 

Sommer 1979

Zitat:,,Am 3. Juli 1979 unterzeichnete US-Präsident Jimmy Carter auf Vorschlag seines Sicherheitsberaters Zbigniew Brzeziński die erste Direktive zur Unterstützung von antikommunistischen Guerrillas in Afghanistan. Im Frühjahr 1979 hatten sich bereits rund 5000 zivile und militärische sowjetische Berater im Land eingefunden, die im afghanischen Bürgerkrieg zunehmend zum Ziel von Angriffen oppositioneller Kämpfer wurden“

Operation Cyclone

 

In einem Interview mit der französischen Zeitung ,,Le Nouvel
Observateur“ im Januar 1998 gab der damalige Nationale
Sicherheitsberater Brzezinski unter Jimmy Carter einen erstaunlichen
Einblick in die Operation Cyclone. Er bestätigte die Aussage vom
ehemaligen CIA-Direktor Robert Gates , dass die amerikanischen
Geheimdienste den afghanischen Mudschahedin schon ein halbes Jahr vor
der sowjetischen Invasion Hilfe zukommen ließen.

Eine Frage an Brzezinski lautetet im Interview: Haben Sie selbst die
Absicht verfolgt, dass die Sowjets einen Krieg beginnen und nach Mitteln
und Wegen gesucht, das zu provozieren?

Er sagte:,, Nicht ganz. Wir haben die Russen nicht gedrängt zu
intervenieren, aber wir haben wissentlich die Wahrscheinlichkeit erhöht,
dass es dazu kommen würde“.

Eine weitere Frage lautete: Und Sie bereuen auch nicht, den islamischen
Fundamentalismus unterstützt zu haben, indem Sie künftige Terroristen
mit Waffen und Knowhow versorgten?

Er sagte:,,Was ist für die Weltgeschichte von größerer Bedeutung? Die
Taliban oder der Zusammenbruch des Sowjetreiches? Einige fanatisierte
Muslime oder die Befreiung Zentraleuropas und das Ende des Kalten Krieges?

Die Sowjetunion sollte damals ihr Vietnam erleben. Das wollten ihnen die CIA, der pakistanische ISI und auch Saudi-Arabien bereiten. Sehr viel Geld floss damals von den Saudis, aber auch von der CIA nach Pakistan. Operation Cyclone hieß dieses CIA-Unternehmen (eine der teuersten CIA-Operationen überhaupt). Zwei bis sechs Milliarden US-Dollar flossen nach Pakistan.Es wurden zusätzlich Waffen geliefert und mit dem Geld bauten die Pakistaner unweit der Afghanischen Grenze religiöse Schulen auf, wo Fundamentalisten geboren wurden.Als Sieger, in dem ausbrechenden Bürgerkrieg in Afghanistan, gingen die Taliban (die aus Pakistan kamen)hervor.

Zitat:,,Die Unterstützung der Mudschaheddin führte zu einer Stärkung des Islamismus in Afghanistan, was den Taliban den Weg ebnete. Einer der im Rahmen der Operation Cyclone geförderten Mudschaheddin war Gulbuddin Hekmatyār, der später ein Unterstützer Osama bin Ladens wurde.“

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Bildquelle: DIA

 

Zitat aus einem Buch vom Autor Michael Lüders:,, Was den Mudschaheddin fehlte, waren Ansprechpartner vor Ort in Pakistan . Häufig blieben sie bei ihrer Ankunft sich selbst überlassen und mussten zusehen , wie sie sich mit Hilfe von Vertrauten Zugang zu afghanischen Kommandeuren verschafften. Einer, der dieses Manko erkannte und nutzte, war Osama bin Laden.1982 richtete er in der Stadt Peshawar, unweit der
afghanischen Grenze, ein ,,Dienstleistungsbüro,, ein, das Araber für den
Kampf anwarb und sie an die Front vermittelte. Zwei Jahre später
begründete er, ebenfalls in Peshawar , das Haus der Prophetengefährten,
das sich schnell zur ersten Adresse und wichtigsten Anlaufstelle der
,,arabischen Afghanen,, entwickelte. 1986 beschloss er,eigene Lager und
Stützpunkte in Afghanistan einzurichten und eine eigene Guerillagruppe
aufzubauen. Geld hatte er genug, er stammte aus einer reichen saudischen
Familie.Zusätzliche finanzielle Unterstützung erhielten er und seine
Anhäger aus amerikanischen Quellen., ebenso Waffen und eine rudimentäre,
militärische Ausbildung. Das US-Generalkonsulat in Peshawar diente in
jenen Tagen als logistisches Zentrum , für die CIA ebenso wie für die
amerikanischen Militärberater und Ausbilder. Osama Bin Laden beschloss
ein Verzeichnis der ,,kämpfenden arabischen Brüder,, anzulegen. Ein
Register, das vor allem den Lebenslauf und die militärischen Kenntnisse
der arabischen Freiwilligen erfasste. Dieses Projekt bekam den Namen:
Basisregister kurz die Basis. Arabisch Al Qaida. Eine frühe Datenbank
des Dschihad. 1988.

 

Al-Qaida (die Basis) hat bis heute überlebt und viele Menschen fielen ihren Anschlägen zum Opfer. Zitat:,,Die Anzahl der Opfer der al-Qaida-Anschläge kann kaum bestimmt werden. Insbesondere durch die Tausenden von al-Qaida selbst oder ihr nahestehenden Organisationen verübten Terroranschläge im Irak, Afghanistan, Pakistan, Nordafrika, Indien und Südostasien dürfte eine hohe fünfstellige Zahl von Menschen ihr Leben verloren haben. Die in von al-Qaida verursachten Kriegen und insbesondere Bürgerkriegen geforderte Zahl von Opfern liegt noch einmal bei weitem höher.“

Natürlich vor allem in Erinnerung der 11. September 2001. An diesem Tag starben knapp 3.000 Menschen in den USA durch vorwiegend saudische-Attentäter. Es ist bis heute nicht geklärt inwieweit das Saudische-Königshaus in die Anschläge verwickelt ist. Doch die Vorwürfe gegenüber Riad nehmen immer mehr zu. Fraglich jedoch hier ist das Verhalten der US-Regierung. Es ist anscheinend nicht gewünscht, dass die Finanzierung der Attentäter von damals bekannt wird.

Zitat:,,Der Verdacht gegen Saudi-Arabien steht schon seit Jahren im Raum, kann aber unter anderem deshalb nicht belegt werden, weil ein brisantes Dokument seit 2002 teilweise unter Verschluss gehalten wird. Es geht um den Abschlussbericht einer Untersuchungskommission von Senat und Repräsentantenhaus, deren Vorsitzender Graham war. 28 Seiten aus diesem Bericht waren auf Anweisung des damaligen Präsidenten George W. Bush nur geschwärzt veröffentlicht worden. Laut Inhaltsangabe soll es darin um die „ausländische Unterstützung“ einiger Attentäter gehen. Graham, damals auch Leiter des Geheimdienstausschusses, forderte im Interview mit „Monitor“, diese Passagen freizugeben. Er kenne den Inhalt der Seiten, dürfe aber aus Geheimhaltungsgründen keine konkreten Aussagen über Details machen. „Diese 28 Seiten werden zusätzliche Beweise dafür liefern, dass es eine systematische Unterstützung gab. Und dass dieses System seinen Ursprung vor allem in Saudi-Arabien hat.“ Das ARD-Magazin zitiert den demokratischen Politiker mit den Worten: „Die Geschichte von 9/11 muss neu geschrieben werden.“

Wenn es tatsächlich der Fall ist, dass Riad die Anschläge vom 11. September 2001 finanzierte , dann wird die Aussage vom Westen (vornehmlich  von der USA) Saudi-Arabien sei ein unverzichtbarer Partner im Kampf gegen den Terrorismus sehr, sehr fraglich. Die USA hat in Afghanistan sich selber den Terrorismus erschaffen. Die Sowjetunion zog sich aus Afghanistan damals geschlagen zurück, was blieb war der gesäte Nährboden des heutigen islamistischen Fundamentalismus.

 

Quellen:

http://nsarchive.gwu.edu/NSAEBB/NSAEBB396/docs/1979-12-26%20Brzezinski%20to%20Carter%20on%20Afghanistan.pdf

https://de.wikipedia.org/wiki/Operation_Cyclone

https://de.wikipedia.org/wiki/Al-Qaida

http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/amerika/vorwuerfe-gegen-saudi-arabien-die-geschichte-von-9-11-muss-neu-geschrieben-werden-14267152.html

http://www.zeit.de/politik/ausland/2017-04/afghanistan-konferenz-russland-moskau-taliban?cid=12525230#cid-12525230

https://de.wikipedia.org/wiki/Michael_Lüders

Wer den Wind sät – buchreport. Abgerufen am 2. Mai 2017.

Ausgabe January 15-21, 1998 le nouvel observateur

http://nsarchive.gwu.edu

 

 

 

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