Spuren im Syrienkonflikt

Wer hat ein Interesse am Regierungswechsel in Syrien?

 

Es begann mit einem Bürgerkrieg. Dieser wäre, ohne ausländische Intervention in Syrien ,wahrscheinlich längst vorbei. Das erklärte Ziel von den USA, der Türkei, Saudi-Arabien und Katar ist eindeutig. Assad soll weg. Russland, der Iran und die  Hisbollah wollen dagegen Assad halten, um jeden Preis. Warum dieser Interessenkonflikt? Nun einmal geht es um die Ausbreitung des Sunnitischen bzw. Schiitischen Einflusses. Der Irak, der Iran und Syrien stehen im Verbund. Der Irak ist seit 2003 unter  shiitischer Vorherrschaft (unter Saddam Hussein sunnitisch). Dagegen steht Katar, Saudi-Arabien und die Türkei. Diese wollen den sunnitischen Einfluss in der Region  (Naher Osten) stärken. Den USA ist der Verbund (Irak, Iran, Syrien) ein Dorn im Auge. Russland fürchtet um geopolitische Verluste und hält zu Syrien.Dann gab es noch eine geplante  Pipeline (Erdgas). Diese sollte, nach dem Willen der USA, der EU, Katar und der Türkei, auch durch syrisches Gebiet verlaufen. Assad lehnte ab, aus Rücksicht/ Furcht vor Russland, dem diese  Pipeline  wiederum ein Dorn im Auge war. Denn die EU ist wichtigster Erdgasabnehmer von Russland.

Hintergrund Piplinebau: Zitat:,,Katar hat Zugang zum größten Erdgasfeld der Erde, die Türkei einen hohen Energiebedarf. Der Traum einer Pipeline, die katarisches Gas in die Türkei befördern könnte, scheiterte am Widerstand des syrischen Machthabers Baschar al-Assad und dessen Schutzpatron Wladimir Putin, der nun sein eigenes Gas über die Türkei nach Europa liefern möchte.“

Zusätzlich ist es wohl ein Bestreben verschiedener US-Regierungen, Regimewechsel im Nahen Osten durchzuführen. Wesley Clark, US-Präsidentschaftskandidat und ehemaliger Nato-Oberbefehlshaber, wiederholt öfters in Interviews, dass die Bush-Regierung seit November 2001 einen auf fünf Jahre angelegten militärischen Plan für eine Offensive im Nahen Osten habe. Demnach seien neben der Invasion im Irak auch Militäreinsätze im Libanon, in Syrien, im Iran, in Somalia und im Sudan geplant gewesen.Der Iran gilt als die Königsdisziplin.

Zitat:,,… berichtet Clark von einem auf fünf Jahre angelegten militärischen Plan, wonach die Invasion in Irak nur ein Teil einer Großoffensive in der Region sein sollte. Auch in Libanon, Syrien, Iran, Somalia und im Sudan seien Militäreinsatze geplant gewesen.In seinem Buch mit dem Titel: „Moderne Kriege gewinnen: Irak, der Terrorismus und das amerikanische Imperium“ (Winning Modern Wars: Iraq, Terrorism, and the American Empire) kritisiert Clark in scharfer Form das Vorgehen der US-Regierung bei der Terrorismusbekämpfung.“

Im Zuge des  Freedom of Information Act (FOIA) musste die US-Regierung Dokumente, die den Syrienkrieg betreffen, freigeben. Diese Dokumente sind erheblich geschwärzt, machen aber deutlich genug, worum es geht. Auf der Internetseite der amerikanischen Stiftung https://www.judicialwatch.org kann man diese einsehen.

 

Dieses Dokument stammt aus dem Jahre 2012 und wurde von der DIA verfasst.

(Über den Geheimdienst DIA: https://panopticon.blog/geheimdienste/dia-defense-intelligence-agency/)

Es ging unter anderem an das FBI, Homeland Security ,US-CENTCOM und die CIA. Es finden sich dort unter anderem folgende Aussagen :

Die Salafisten, die Muslimbrüder und die Al-Qaeda in Iraq (AQI) sind die vorantreibenden Kräfte des Aufstands in Syrien.
Der Westen, die mit uns verbündeten Golfstaaten und die Türkei unterstützen die Opposition in Syrien. Während Russland, China und der Iran das Regime unterstützen.

Weiter heißt es:

Es besteht die Möglichkeit, ein erklärtes oder ein nicht erklärtes salafistisches Fürstentum in Ostsyrien zu etablieren, genau das, was die unterstützenden Kräfte für die Opposition wollen, um das syrische Regime zu isolieren, das als die strategische Tiefe der Shia-Expansionsausdehnung gilt im Irak und Iran.  (Verbreitung des schiitischen Einflusses)

Auch ein weiteres Dokument gibt Interessante Einblicke in den Konflikt.

Am 11.September 2012 gab es einen Angriff von circa 150 Dschihadisten auf die US-Botschaft in Libyen und auf eine CIA-Station, die etwa 1 km weit entfernt von der Botschaft lag.Bei diesem Angriff starben nach offiziellen Angaben vier US-Amerikaner. Darunter auch der Botschafter.Die Hintergründe dieses Angriffes sind bis heute nicht vollständig aufgeklärt. Bestimmte Personen in Washington hüllen sich nach wie vor in Schweigen.

Ein Indiz für den Grund dieses Angriffes liefert dieses US-Dokument  (Lagebericht der DIA, September 2012):

 

 

Die wesentliche Aufgabe der US-Vertretung in Bengasi war es, Waffen aus den Beständen des zu dem Zeitpunkt längst gestürzten Diktators Ghaddafi, an syrische Rebellen zu liefern. Die Waffen sollten aus dem Hafen Bengasi nach Syrien befördert werden.

Und es kamen Waffen in Syrien an… Zu denen , die im August 2012 nach Syrien geliefert wurden, zählten unter anderem: 500 Scharfschützen-Gewehre, 100 Granatwerfer mit 300 Runden Munition und 400  125 mm  sowie 150 mm Projektile für Haubitzen. Es sollen nach dem Sturz von Gaddafi (im Zeitraum 2011-2012)regelmäßig kleine Schiffe mit Waffen in Syrien angekommen sein. Teilweise wurden Waffen auch über die Türkei geliefert. Nach dem Angriff auf das US-Konsulat in Bengasi, beendete die CIA die Waffenlieferungen von Libyen nach Syrien. Ab jetzt übernimmt es wohl die türkische Seite…

 

 

 

Quellen:

http://www.sueddeutsche.de/politik/wesley-clark-plaene-fuer-weitere-militaereinsaetze-im-nahen-osten-1.652007

http://www.judicialwatch.org/document-archive/pgs-287-293-291-jw-v-dod-and-state-14-812-2/

http://www.judicialwatch.org/wp-content/uploads/2015/05/JW-v-DOD-and-State-14-812-DOD-Release-2015-04-10-final-version.pdf

http://www.ndr.de/info/sendungen/kommentare/Schutzmacht-Tuerkei-geht-in-Katar-ins-Risiko,nahost140.html

Autor: Michael Lüders (Die den Sturm ernten)

 

 

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