Drei Begriffe aus der Geheimdienstsprache

Die Honigfalle

 

Der Spion, der mich liebte – Die Honigfalle ist eine geheime operative Maßnahme, bei der ein Agent oder eine Agentin mittels vorgetäuschter Zuneigung sowie erotischer Verführung versucht, von einer Zielperson sensible Informationen  zu erlangen, beziehungsweise durch die Dokumentation dieser kompromittierenden Situationen  die Zielperson zu erpressen oder sie zu einer Mitarbeit zu bewegen. Zielpersonen können Politiker, Unternehmer, Banker, Journalisten etc. sein. Prominente Beispiele dafür sind die niederländische Schleiertänzerin mit dem Künstlernamen „Mata Hari“ und Josephine Baker, die als Bananentänzerin in die Varieté-Geschichte eingegangen war. Die „Schwarze Venus“. Auch im Kalten Krieg und bis heute wird diese Methode eingesetzt.

 

Honigtopf 

 

Als Honeypot  wird in dem Bereich der Computersicherheit ein Programm oder ein Server bezeichnet, der die Netzwerkdienste eines Computers, eines ganzen Rechnernetzes oder das Verhalten eines Anwenders simuliert. Die Honeypots werden eingesetzt, um an Informationen über Angriffsmuster und Angreiferverhalten zu gelangen. Findet  ein Zugriff auf einen derartigen virtuellen Dienst oder Nutzer statt, so werden alle damit verbundenen Aktionen protokolliert und gegebenenfalls ein Alarm ausgelöst.

Zitat:,,Ebenso wurden seit 2004 Webseiten des deutschen Bundeskriminalamts als Honeypot verwendet, um Mitglieder der linksradikalen militanten Untergrundorganisation „militante gruppe (mg)“ zu identifizieren. Dabei wurden nach einem getarnten Lockbeitrag in der Publikation Interim IP-Adressen der Besucher gespeichert, um diese Adressen bestimmten Kreisen zuzuordnen. Das Unternehmen war insgesamt erfolglos“.

Zitat:,,Ähnlich ging die Polizei in Heilbronn vor, die während Mai 2007 und Januar 2008 ihre Internetseite als Honeypot verwendete. Die Besucher wurden mit Hilfe des Bundeskriminalamts registriert, in der Hoffnung, damit die Täter des zuvor ereigneten Polizistenmordes zu identifizieren. Die Zeitschrift Focus zitierte im Mai 2012 aus internen Akten, dass die Aktion rechtlich auf „sehr wackeligen Beinen“ stand und deswegen der Öffentlichkeit verschwiegen worden war. Auch diese Aktion war erfolglos“.

Auch im Zuge der Ermittlungen zur  NSU-Affäre sprach man zeitweise von einem möglichen Honigtopf. Der European White Knights of the Ku Klux Klan (EWK KKK) war eine rassistische Organisation mit Hauptsitz in Schwäbisch Hall.

Zitat:,,Bekannt wurde der Klanableger erst in der Aufklärungsarbeit zum rechtsterroristischen NSU-Komplex. Zwei baden-württembergische Polizisten waren im Jahr 2002 Mitglieder der European White Knights of the Ku Klux Klan. Als es im Jahr 2003 Durchsuchungen beim Chef der Gruppierung in Schwäbisch Hall gegeben hatte, waren Ermittler auf die Namen der beiden Beamten gestoßen. Laut Ministerium waren beide zu diesem Zeitpunkt aber aus der Gruppierung ausgetreten. Die zwei Beamten arbeiteten damals bei der Bereitschaftspolizei Böblingen, zu der auch Michèle Kiesewetter gehörte, die im Jahr 2007 mutmaßlich von der Terrorgruppe NSU erschossen worden war, was den Ermittlungsbehörden bis zu deren Enttarnung Ende 2011 unbekannt war.Der NSU-Vertraute Thomas Richter, der unter dem Decknamen „Corelli“ langjährige V-Person des Verfassungsschutzes war, hatte Verbindungen zu dieser Gruppe; nachgewiesen sind ein Aufnahmeantrag und Treffen mit Klanmitgliedern, vermutet wird, dass Richter Mitgründer und Mitglied der Gruppe war“.

Auszug aus dem Bericht und  der Beschlussempfehlung des Untersuchungsausschusses
„Die Aufarbeitung der Kontakte und Aktivitäten des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) in Baden-Württemberg und die Umstände der Ermordung der Polizeibeamtin M.K.“  4. November 2014 – Drucksache 15/6049

Zitat:,,(4) Honigtopf-Theorie
Zur „Honigtopf“-Theorie, nach der der EWK KKK durch das LfV geschaffen worden sei, um dann nachvollziehen zu können, wer sich dem Klan anschließe und welche Aktivitäten dann erfolgen würden, erklärte der Zeuge Präsident a.D. Dr. Helmut Ranacher, er halte diese Theorie für völlig verfehlt und könne für das LfV entsprechende Annahmen eindeutig verneinen.
Was das BfV betreffe, stecke er nicht im BfV. Aber die ganze Vorgehensweise des BfV, nicht zuletzt die Anspracheaktion, die Aktion „Limerick“, Ende August 2002, sei vom BfV in einer so eindeutigen, im Grunde genommen auch absprachewidrigen Art durchgeführt worden, dass das LfV damals eindeutig den Eindruck gehabt habe, das BfV wolle so schnell als möglich diese Gruppe zerschlagen. Wenn das ein „Honigtopf“ hätte sein oder werden sollen, hätte man anders reagieren müssen. Er könne mit dieser These nichts anfangen.
Auf spätere Nachfrage präzisierte der Zeuge seine Angabe, das BfV habe die Anspracheaktion absprachewidrig durchgeführt dahingehend, dass das LfV etwas überrascht gewesen sei, dass das BfV bei seinem Gespräch mit A. S. sehr aggressiv und sehr offensiv vorgegangen sei und ihn mit Informationen konfrontiert habe, was so vorher nicht mit dem LfV abgesprochen gewesen sei. Das LfV und das BfV habe vorher eigentlich eine etwas vorsichtigere Marschroute vereinbart, und es sei ein bisschen anders gelaufen, aber mehr sei mit der Formulierung
„absprachewidrig“ nicht gemeint gewesen.“

 

Blowback (englisch für Rückstoß)

 

Ein Blowback bezeichnet einen unbeabsichtigten Effekt, bei inoffiziellen außenpolitische Aktivitäten oder verdeckte Operationen, der später negativ auf das agierende Ursprungsland zurückfallen kann. Dies können ungünstige außenpolitische Entwicklungen oder gar terroristischer Angriffe sein.

Zitat:,,Erstmals verwendet wurde der Begriff 1953 im Zuge der Operation Ajax, bei der die CIA den Sturz des iranischen Premierministers, Mossadeghs, herbeiführte; vermehrt taucht er seit den 1980er-Jahren und im engen Zusammenhang mit der Reagan-Doktrin auf.“

Auch Osama Bin Laden gilt als Blowback. Dies berichtet  der US-Geheimdienst DIA-Defense Intelligence Agency in einer Präsentation über die Geschichte Afghanistans.

DIA-AfghanHistory_Page_084

Mehr zu der Operation in Afghanistan hier:

https://panopticon.blog/2017/04/14/ein-kurzer-ausflug-nach-afghanistan

 

Quellen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Honeypot

https://www.heise.de/tp/features/Die-Honigfalle-Spione-in-Spitzenhoeschen-3386787.html

https://de.wikipedia.org/wiki/Blowback

https://www.landtag-bw.de/files/live/sites/LTBW/files/dokumente/WP15/Drucksachen/8000/15_8000_D.pdf

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