Die Keitel-Villa in Berlin Steglitz-Zehlendorf

Die Villa Keitel

 

Im Berliner Bezirk SteglitzZehlendorf, Ortsteil Dahlem im Föhrenweg 21 befindet sich die ehemalige Keitel-Villa (ehem. Dienstgebäude des Oberkommandos der Wehrmacht). Benannt nach Wilhelm Keitel (von 1938 bis 1945 Chef des Oberkommandos der Wehrmacht). Nach dem Zweiten Weltkrieg beschlagnahmte die US-Army das Gebäude.

 

 

Zitat:,,Eine Besonderheit im Inneren des Hauses sind die beiden als Bunker ausgebildeten unteren Geschosse. Mehr als einen halben Meter dicke Betonwände, Fenster mit Stahlläden und Geschossdecken mit Betonkappen schützen den Bauteil, der wie ein Kern von dem Gebäude umhüllt ist. Im untersten Geschoss befindet sich zudem an der Südseite ein Fluchttunnel mit Stahltür, der heute allerdings nach wenigen Metern endet. Vermutlich ist er einst von den Amerikanern umgebaut und als Lagerraum genutzt worden. Auch die Raumaufteilung zeigt, dass das Haus am Föhrenweg kein Wohngebäude war: Neben weitgehend gleichgroßen Diensträumen auf allen Etagen, die von zwei Treppenhäusern erschlossen werden, gab es ursprünglich nur auf der Eingangsebene einen größeren Empfangsraum mit Kamin, der in der Nachkriegszeit unterteilt wurde. Im Kellergeschoss diente ein großer Küchenraum, der ehemals über eine separate Treppe mit den beiden Hauptgeschossen verbunden war, zur Versorgung der Dienststelle.“

Am 18. August 1945 übernahm die US-Militärregierung das Gelände und richtete hier ein operatives Hauptquartier der US Military Liaison Mission (USMLM) ein, dessen Mitglieder sich in allen Sektoren frei bewegen konnten. Sie nutzten diesen Umstand  für  Spionagezwecke um Truppenbewegungen und neues Militärgerät der Sowjetunion und  der DDR fotografisch zu dokumentierten.

Zitat:,,Die USMLM war im März 1947 als Militärverbindungsmission zwischen den USA und der Sowjetunion gegründet worden, um eine reibungslose Kommunikation zwischen Vertretern beider Staaten zu ermöglichen. Der offizielle Dienstsitz dieser Organisation war Potsdam, aber am Standort Föhrenweg wurden die Spionagefahrten in die DDR vorbereitet, Ergebnisse im Fotolabor ausgewertet und der Großteil der Fahrzeugflotte untergebracht. Die USMLM betrieb diese Dienststelle gemeinsam mit dem Militärgeheimdienst Defense Intelligence Agency (DIA), der auch nach der Auflösung der Militärverbindungsmission im Objekt verblieb.“

1990 zog auch der BND mit in das Gebäude und arbeitete als bilaterale deutsch-amerikanische Dienststelle mit der amerikanischen DIA zusammen, um den Abzug der sowjetischen Truppen (WGT) aus Deutschland zu beobachten, Dokumente und Wehrtechnik zu beschaffen sowie russische Militärangehörige als Agenten zu werben. Der offizielle Name der Dienststelle damals lautete “Dokumentationsstelle für Wehrtechnik und Umweltschutz”. In einem Enthüllungsbuch über den BND wird angedeutet,dass die DIA den BND in der Villa Keitel abhörte und überwachte. BND-Mitarbeiter die dies aufdeckten, wurden von ihren Vorgesetzten zum Schweigen angehalten („Bedingt dienstbereit“ (2004)).

Zitat:,, Bei einer Kooperation mit amerikanischen Diensten habe der BND eine unangemessene Verteilung der gewonnenen Informationen toleriert, sowie Bestechungs- und Abhöraktionen durch die Partnerdienste klaglos hingenommen.“

Im Jahre 2008 gab der BND das Gelände ab. Die ehemalige Villa Keitel wird seit Herbst 2008 von der Waldorfschule Zehlendorf, der Rudolf-Steiner-Schule,genutzt.

Möglicherweise verwendete der BND,für die Liegenschaft Keitel-Villa,den Decknamen „AVUS“ (Automobil-Verkehrs- und Übungsstraße) . Diese liegt im Südwesten Berlins und ist das nördliche Teilstück der Autobahn A 115)Meistens werden ortsbezogende  Tarnnamen für eine geheime Dienststelle verwendet.Wie z.B. „Palmenhaus“ (Anspielung auf den BND-Standort in Berlin-Lichterfelde). Dieser befindet sich in der Nähe des Botanischen Gartens in Berlin. Und eben dort gibt es ein Palmenhaus.

Weitere getarnte Dienststellen des BND in Berlin lauten/lauteten mit Decknamen  „Bergfried“, „Palais“, „Fabrik“, „Fichtenwald“ und „Tattersall“.

Weitere ehemalige und noch BND-Standorte hier:

https://panopticon.blog/2018/01/09/bnd-standorte-und-deren-decknamen

Villa.png

 

Quellen:

https://www.berlin.de/landesdenkmalamt/denkmale/denkmale-der-alliierten/usa/steglitz-zehlendorf/us-military-liaison-mission-usmlm-647678.php

https://de.wikipedia.org/wiki/Norbert_Juretzko

https://de.wikipedia.org/wiki/Defense_Intelligence_Agency

https://panopticon.blog/2017/05/28/die-dia-defense-intelligence-agency

 

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